Heiß, heißer, Feuerherzen

Benefizveranstaltung für Abraxaz!

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18. Januar 2014. Als ich die Stadthalle in Osterholz-Scharmbeck betrete, merke ich sofort – hier liegt etwas ganz Besonderes in der Luft! Aus der überschaubaren Halle ist an diesem Wochenende ein waschechtes Festivalgelände entstanden, auf welchem es vor Musikern, Künstlern und gewandeten Besuchern nur so wimmelt! Sie alle sind wegen einem Grund gekommen – für Abraxaz!

Ich will mehr erfahren und stürze mich geradewegs hinein in das Getümmel! Im Inneren der Halle erwartet mich ein unerwartetes Bild – auf der großen Bühne haben sich bereits die ersten Barden und Musiker zum Soundcheck eingefunden, während sich die Besucher, völlig mottogetreu, in der rustikalen Schenke umsorgen lassen. Moderne trifft auf Mittelalter, so hat sich Hera en Fabulan von Liberi Effera, den „Freien Wilden“, das vorgestellt. Ich treffe sie im Außenbereich des Geländes und habe natürlich viele Fragen mit im Gepäck. Allen voran die Frage nach Abraxaz – wer ist eigentlich dieser Mann, von dem hier jeder spricht?

Abraxaz heißt, so erfahre ich, in Wirklichkeit Jens Schellert und ist ein Feuerkünstler & Musiker (“Duo Abraxaz”, “Heidenlärm”), der im vergangenen Jahr seine linke Hand bei einem Unfall während eines Auftritts verlor.

 

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Sein schlimmes Schicksal traf die Szene wie ein Schlag und so taten sich kurzerhand Freunde, Kollegen und Bekannte zusammen, um Jens helfend unter die Arme zu greifen. So auch Hera, die mit ihrer fixen Idee, ein Benefizkonzert für den verunglückten Feuerkünstler auf die Beine zu stellen, den Grundstein für das Feuerherzen legte. Von der Bereitschaft zu helfen und der riesigen Anteilnahme anderer Künstler war sie im Endeffekt mehr als überwältigt. Am Ende hatten wir 18 Mittelalterbands und zahlreiche Künstler und helfende Hände zusammen, die alle bereit waren, auf ihre Gage zu verzichten und für den guten Zweck zu spielen.”

“Es ist ein großartiges Gefühl zu wissen, dass so viele Menschen bereit sind, ihre Zeit zu opfern und zu helfen!”

 

Helfen wollten am Ende tatsächlich auch namhafte Bands wie „Harpyie“ und „Vogelfrey“, was Hera besonders gefreut hat. „Da ich seit 10 Jahren kleine Mittelaltermärkte mit meiner Truppe organisiere, kann ich viele der kleineren Bands natürlich schon vorher. Gruppen wie „Impius Mundi“ oder Nôt unde Ellénde“ haben beispielsweise über Jahre hinweg bei uns gespielt. Bei den größeren Bands dachte ich mir „frech kommt weiter, fragen kostet ja nichts“ und habe einfach mal angefragt, ob sie nicht Lust hätten, bei uns zu spielen. Und sie haben zugesagt!“

Die Planung zum Event stemmt Hera jedoch ganz alleine. Das kann bei Zeiten ganz schön nervenaufreibend sein, sei aber niemals ein wirklich großes Problem, verrät sie mir.
Ich bin ja nicht völlig alleine, sondern habe wunderbare Menschen um mich herum, die mir den Rücken stärken und das Gefühl geben, das Richtige zu tun. Viele aus unserer Mittelaltergruppe „Liberi Effera“ helfen mit. Ich verteile die Aufgaben und weiß, dass ich mich auf die Leute verlassen kann. Aber natürlich helfen auch die Bands & Künstler – die Feuershows zum Beispiel werden von den „Freien Feuern“ organisiert, 25 Feuerkünstlern aus verschiedenen Gruppen aus ganz Deutschland. Einen Teil des benötigten Materials bekommen wir sogar unterstützend von „SAM&more“ gestellt! Zusammengefasst stemmen wir die Organisation für das Feuerherzen also irgendwie alle gemeinsam.”

“Wir sind eins, wie eine große Familie!”

 

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Auf die Frage hin, ob sie sich vorstellen könne, das Feuerherzen ob der großen Resonanz zu einem kommerziellen Festival umzugestalten, antwortet die Veranstalterin mit einem entschiedenen Nein. Dieses Event wird mit dem Herzen gestaltet. Das Feuerherzen ist einmalig, für Abraxaz, und alles, was wir am Ende ein- und mitnehmen kommt ihm und den Künstlern zugute. Ein kommerzieller Gedanke oder höhere Preise wären ein Verrat an die gute Sache, die dahinter steckt.“ Und Recht hat sie, denn schließlich macht gerade die Zusammenarbeit der Künstler und der Wille der Besucher, den Preis ihrer Tickets für den guten Zweck zu bezahlen, das Feuerherzen so besonders.

Abraxaz selbst lässt sich am Ende des Abends während der großen Jamsession auf der Bühne blicken. Er habe es sich niemals träumen lassen, so viele „Pfeifen“ gleichzeitig auf einer Bühne stehen zu sehen, sagt er mit Blick zu den fast 20 Dudelsackspielern. Dies sei ein bewegender Moment für ihn, denn das Besondere sei für ihn nach all der Zeit immer noch die familiäre und kollegiale Atmosphäre, die in der Mittelalterszene herrscht und seinesgleichen sucht. Und so makaber der eigentliche Anlass auch sei, so wünscht sich Abraxaz an diesem Tag eigentlich nichts mehr, als mit allen gemeinsam zu feiern.
Denn lasst euch gesagt sein, ich sehe in die Zukunft und alles wird gut.“, sagt er mit einem Lächeln und ein gellender Applaus bestätigt, was ich von Anfang an vermutet habe – dieser Tag/das Feuerherzen ist nicht nur für Abraxaz, sondern für alle etwas ganz Besonderes.

Sari Campari

 

 Fotos: Snap Motion Photography, Uwe Tächl
Alle Rechte vorbehalten.

(Dieser Artikel wird in der kommenden LARPzeit #43 erscheinen.)

I left Home…

…to become a Bohèmian!

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Die “Disco Bohème” ist für echte Bohèmians, Großstadtnormaden, Szenegänger, Nachschwärmer und Indiefans bei weitem kein Fremdwort mehr. Schon seit mehreren Jahren zieht es Liebhaber alternativer Indiependent Mukke unter anderem nach Bonn, Berlin, Köln, Freiburg, München & Düsseldorf, um den exzentrisch-individuellen Klängen der Nacht zu lauschen. Angefangen hat alles während einer wilden Silvesternacht in Kopenhagen, als Björn und Julius, Urbegründer der Disco Bohème, beschlossen – das geht auch in Deutschland! Und so brachten sie eine Partyreihe mit nach Hause, die den legendären New Yorker Mythos des Studios 54 bei Weitem übertreffen sollte.

Die Disco Bohème war geboren!

Mit Philipp, der 2011 zum Duo stieß, komplettierte sich dann letztendlich das Bohèmian-Trio. Gemeinsam entstand eine bahnbrechende Idee: Man wollte kreativen Menschen, die seit je her nach Freiheit, Individualismus und Selbstbestimmung streben, ein Vorzimmer geben, um den bürgerlich einschränkenden Normen & Werten zu entkommen. Einen Raum, an dem leidenschaftliche Hingabe, Exzentrik und Kreativität den alltäglichen Drang nach Perfektionismus, Materialismus und Normalität ablösen sollten. So entstand sie, die legendäre Veranstaltungsreihe, die seitdem regelmäßig an mehreren Standpunkten stattfindet, um möglichst viele Bohèmians (und die, die es noch werden wollen) glücklich zu machen!

Aber was macht sie nun eigentlich aus, diese sagenumwobene “Disco Bohème”?

Feinste Indie-, Electro- & Alternativklänge von suburbanen DJs, Kreativköpfen & lokalen Künstlern. Individuelle, eingeständig denkende und ein bisschen andersartige Menschen mit derselben Einstellung im Herzen und der Lust, das Leben selbst zu gestalten. Eine kreativ-gemütliche Wohnzimmeratmosphäre. Mode. Lifestyle. Leben. Nicht mehr und nicht weniger ist die Disco Bohème. 

Und diese findet heute, am Freitag den 13. Dezember, in Düsseldorf statt. Ausgesucht wurde dazu der minimalistisch gehaltene, klein-gemütliche Club, “Cube” in einer ruhigen Seitenstraße abseits des normalen Wahnsinns der Hauptstraße. Klar, denn normal kann jeder! Ehemals unter dem Namen “Pretty Vacant” bekannt, waren auch früher schon Designstudenten, Musiker, Künstler, Kreative und Indie-Liebhaber regelmäßig im Vorzimmer-Club zu Gast. Mit Einzug der Cube-Macher änderte sich das Konzept, doch die Leute blieben. Klar, dass sich früher oder später auch die neuen Mieter das vielversprechende Konzept zu eigen machten und die Bohèmians einziehen ließen! Jeden 2. Freitag im Monat heißt es nun endlich wieder – ♫ Indie | pop | tronics!

Wir freuen uns drauf! :-)

Sari Campari

Mehr Infos gibt’s in der Disco & auf Facebook.

Schüttel deinen Speck!

Auf dem 21. Orientalischen Festival in Duisburg!

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Zum 21. Mal findet es nun statt, das weltgrößte orientalische Festival, welches sich dem ästhetischen Tanz Rund um Bauch & Hüfte widmet. Selbst bestätigen konnte ich das bisher leider noch nicht, doch glauben tue ich es sofort, denn was sich in der Zeit vom 22.11. – 1.12. in Duisuburg trifft, das sind die ganz Großen und richtig Guten der Bauchtanz-Szene! Ausgerichtet wird das Festival, wie gewohnt, von Leyla Jouvana, die deutlich sagt: „Das ist nicht nur Gewackel oder das, was man aus irgendwelchen Restaurants an der Ecke kennt, wo man eine Tänzerin engagiert hat”, hier handelt es sich die Liebe zum Handwerk – dem Tanz. Ästhetische Bewegungen, ausgefeilte Muskelarbeit und umwerfend schöne Kostüme sind hier beinahe an jeder Ecke zu finden, sodass einem die Augen fast übergehen, vor lauter Schönheit!

Neben mehrere Stockwerken reiner Verkaufs- und Ausstellungsfläche werden außerdem zahlreiche Workshops, Meetings und (Gala-)Shows an- & dargeboten, sodass eine Entscheidung, was man zuerst sehen und wohin man als erstes gehen soll, ziemlich schwer fällt. Ein besonderes Schmankerl sind dabei, zugegeben, die Galashows. „Im Wettbewerb kann man (..) sehen, wie die Welt tanzt, welche Unterschiede es gibt.“ Bauchtanz sei kein klar abgesteckter Bereich, „es gibt viele Stile, die über die Jahrhunderte durch verschiedene Einflüsse entstanden sind“, erklärt Leyla Jouvana. Und Recht hat sie, so finden sich auch im ausgefeilten Workshopprogramm die verschiedensten Stile und Kurse wieder. Von Gypsy & Flamenco, über ägyptisch und Balady, bis hin zu Tribal, Fusion und Schleiertanz gibt es hier garantiert für jeden versierten Tänzer etwas, was sein Tänzerherz höher schlagen lässt.

Auch Scamparis wird am Wochenende einen kleinen Abstecher zum 21. Orientalischen Festival machen, in diesem Jahr mit Hauptaugenmerk auf dem Basar. Da darf die Kamera natürlich nicht fehlen! Die Fotos vom Event gibt es dann natürlich demnächst hier :-)

Sari Campari 

Quellen: Leyla Jouvana und WAZ

Foto: Fremdnutzung. Alle Rechte sind dem Fotografen vorbehalten!