Von Zombieappokalypse & Flutwellen, Pt.1

Ein kleiner Exkurs in’s Leben der Sari Campari

 

Diese Geschichte ist einfach viel zu skurril, um sie nicht zu erzählen! Deswegen gibt es jetzt und hier einen kleinen Beitrag aus meinem Leben. Haltet euch schon mal fest – das wird kein Zuckerschlecken!

 Dienstag, 20:30 Uhr, Regionalzug Herne – Düsseldorf.

Während Alice und Sari beschließen, auf dem Rückweg vom wöchentlichen Tanztraining noch einen guten Freund zu besuchen, braut sich über Duisburg bereits einiges zusammen. Bei unserer Ankunft ist noch alles völlig normal – wir werden liebevoll von zwei Schmusekatzen begrüßt und von unserem größten Schatz in Empfang genommen. Drinnen duftet bereits der frisch gebrühte Apfeltee und der sinnlich-süße Duft von Nag Champa liegt in der Luft. Gebettet werden wir, wie eh und je, auf dem gemütlichen Sofa im Wohnzimmer. Hier gibt es eigentlich immer irgendwas zu gucken – von tollen Vintage-Wohnmöbeln über den laufenden Fernseher, bis hin zum Wandschmuck. Und wortwörtlich befindet sich an der ordentlich gestrichenen Wand Schmuck, Tribal Tanzschmuck, in allen Formen und Farben. Alice und ich kommen, wie gewohnt, aus dem Gucken & Staunen nicht mehr heraus und schon ist die offizielle Trödelstunde eröffnet, wir beide von oben bis unten mit Schmuck behangen.

Während wir beide noch völlig im Kaufwahn gefangen sind, beginnt es draußen still und leise zu regnen. Doch schon nach wenigen Minuten tobt das Chaos los – der Nieselregen ist zum handfesten Platzregen herangewachsen und der Wind zwingt ganze Bäume in die Knie… großartig, jetzt wo wir beide unseren kleinen Einkauf beendet haben und uns demnächst auf öffentlichem Wege zurück in die Heimat machen wollten…

Gesagt getan, laufen wir beide hinaus in den Regen, lediglich begleitet von einem “Passt auf euch auf und kommt gut nach Hause!” unseres Schatzes. Und schon nach wenigen Sekunden sind Alice und ich feucht durchnässt, doch es bleibt keine Zeit zu verlieren, denn die Straßenbahn wartet nicht gern. Also Beine in die Hand und, hoppi galoppi, ab zur Bahnstation gerannt. Pünktlich auf die Minute erreichen wir das Gleis, an dem nach einer Minute die Bahn einfährt…. wobei ‘fahren’ das falsche Wort beschreibt. Rasen wäre wohl der korrekte Begriff. Alles halb so wild, wäre da nicht die enorm große Pfütze, die sich direkt vor dem Gleis auf den Schienen befindet… Alice weicht mit einem lauten Schrei, der mir durch Mark und Bein fährt, in Richtung hintere Gleisecke aus, während der Mann, der sich mit uns auf dem Gleis befindet, mit einem rettenden Satz auf die Plastiksitze hinter uns springt. Ich stehe und denke: Die bremst schon.

Nein. Tut sie nicht.

Und wer jetzt wissen will, was passiert, der möge sich bitte das folgende Video ansehen…

Das, was auf uns trifft, trifft uns hart und ‘es’ als etwas anderes als als Welle zu bezeichnen, wäre schlichtweg gelogen. Wie ein voll aufgedrehter Wasserschlauch im Sprinkler-Modus werden wir von unten bis oben komplett vollgespritzt. Alles ausweichen und hochspringen hat nichts genützt, sämtliche Personen am Gleis sind von unten bis oben durchnässt. Alice und ich gucken uns an wie zwei begossene Pudel und denken vermutlich dasselbe: Karma is a bitch, mein Freund, und wenn sie zuschlägt, dann schlägt sie hart…

Aus Angst, die Bahn während eines Tobsuchtsanfalls zu verpassen und eine halbe Stunde pitschnass auf die nächste warten zu müssen, steigen wir also ein und lassen die Drei mal ausnahmsweise gerade sein. Dafür werden die Bahnsitze dann immerhin als Trockentuch und Fußwärmer verwendet. Ein bisschen Ausgleich muss sein. Nach etwa vier bis fünf Stationen dann der nächste Schreck – Vollbremsung! Ein seltsamer Geruch dringt von draußen ins Bahninnere. Die Warnblinkanlage geht an, die Monitore der Straßenbahn aus. Das Licht flackert unruhig. Wir sehen uns um – weit und breit ist nichts zu sehen als tiefschwarze Nacht. Kein Licht, keine Bahnstation. Wir stecken im Nirgendwo fest. Auch zehn Minuten später wissen wir nicht mehr, außer, dass inzwischen die Bahn ganz abgeschaltet zu sein scheint. Uns geht nur eines durch den Kopf:

ZOMBIEAPPOKALYPSE!

Klar, denn wie könnte so etwas besser beginnen, als mit zwei, von oben bis unten, nassgespritzten Mädels?!?! Die Tür öffnet sich, die Köpfe schnellen dem entgegen, was da wohl noch kommen mag. Ein junger, seltsam abwesend wirkender, Mann tritt ein. Vielleicht das erste Opfer? Wortlos geht er an uns vorbei, brummelt etwas von: “Wir könn’ nich’ weiter fahr’n, da hängt ‘n Baum in’er Oberleitung… ich setz’ jetz’ mal die Bahn zurück..”, und verschwindet in den hinteren Teil des Wagons. Aha. Alice und ich, immer noch pitschnass, sehen uns an und denken offenbar dasselbe: What the F**k?!?! Die Bahn ruckelt und zuckelt unruhig, setzt sich nach einiger Zeit holprig in Bewegung. Rückwärts natürlich, der letzten Haltestation entgegen. Doch Fehlanzeige. Nach wenigen Metern bleibt sie erneut stehen, ruckt und zuckt… und versagt. Wieder werfen wir uns Blicke zu. Das war’s?? Jep. Das war’s. Der Schaffner kommt zurück, verlässt wortlos das Abteil. Die Tür schließt. Das Licht flackert. Wir gucken und warten.

Gefühlte 10 Minuten später beginnt der Zug erneut, zu rucken und zu zucken, fährt zögerlich weiter, ruckelt dann wieder und stoppt. Alles natürlich mit eingeschalteter Warnblickanlage und flackerndem Licht. Selbiges Spiel wiederholt sich mehrmals. Dann passieren wir die Stelle, an der wir noch vor kurzer Zeit abrupt gebremst hatten. Und wir fahren sogar weiter! Unglaublich aber wahr bringt uns der Höllenzug sogar bis zur nächsten Station. Doch dort wartet schon der nächste Schock: “Wir fahr’n ab hier nich’ weiter, bitte steig’n Sie in’en bereitsteh’nden Ersatzbus…”, tönt die monotone Stimme des Schaffners aus den knarzigen Lautsprechern des Höllenzugs. Danach bricht jeglicher Kontakt ab, die Türen öffnen sich, das Licht erlischt.

….okay..?

Fortsetzung folgt!

 

Beam me up, Scotty!

 Zum Spaceritter 2013 nach Oberhausen!

Spaceritter 2013

Ein anstrengendes Wochenende voller Spaß, netter Leute und jeder Menge Fantasie liegt hinter mir!

Am Samstag ging es bereits früh los nach Oberhausen zum zweitägigen Spaceritter Festival. Wer jetzt noch nicht weiß, was das sein soll, der hat definitiv etwas verpasst! Das Spaceritter Festival wirbt damit, ein “fantastisches Spektakel” zu sein und genau das ist es auch. Bereits am Eingang wird man durch ein riesiges Stargate empfangen, durch welches die Gäste auf das Veranstaltungsgelände gelangen.  Und auch auf den restlichen Wegen wird man von den großen, runden Weltraumtoren begleitet. Was einen auf dem Gelände erwartet, ist dann auch nur noch schwer zu beschreiben – Bekannte Charaktere aus den bekanntesten Weltraum- & Sci-Fi-Filmen, gruselig-blutige Horrorgestalten und mittelalterliche Gesellen tummeln sich hier nebst verzückenden Tänzerinnen, barocken Edeldamen und preußischen Spießgesellen. Und irgendwo darunter – ich. Getarnt als orientalische Tänzerin.

Was sich hier auf dem Gelände des ehemaligen Schacht 6 der Zeche Concordia abspielt, kann wohl nur aus großes Schaulaufen bezeichnet werden, den selbstgebastelte und liebevoll verzierte Kostüme warten nahezu an jeder Ecke. Fans der Genres Fantasy, Sci-fi, Horror, Barock, Mittelalter, Fantasy, Oriental und Historik, aber besonders der Filme & Serien “Star Wars”, “Star Trek”, “Stargate”, “Alien vs. Predator” und “Herr der Ringe”, kommen entweder selbst kostümiert oder aber in normaler Klamotte, dafür aber voll auf ihre Kosten . Gezeigt werden nämlich nicht nur Kostüme der kreativsten Art, sondern außerdem kleine Walking Acts, Shows und Lesungen, die den Zuschauer (mich eingeschlossen) immer wieder aufs Neue begeistern! Da spielen musikalische Highlights auf, tanzen namhafte Tänzer, Gruppen und Akrobaten und lesen bekannte Autoren und aus ihren Bestsellern und Neuerscheinungen vor. Da kann es auch schon einmal vorkommen, dass sich im Publikum ein Nazgûl verbirgt und Darth Vader das Tanzbein auf der Tanzfläche schwingt. Hier kommt eben alles zusammen (was Rang und Namen hat).

Neben all den fantastischen Shows und Kostümen gibt es jedoch auch noch kulinarische Genüsse und ein Unterhaltungsprogramm für die Kleinen zu bestaunen. Ein kleiner aber feiner Mittelaltermarkt vor den Gebäuden lädt zum Schlendern und Kaufen ein und köstliche Gerüche von Brotfladen, Flammkuchen und Ofenkartoffeln liegt in der Luft. Schon spielen die Barden auf, lehrt der Schmied die Kleinen, wie aus  Metall im Feuer ein Essbesteck wird. Auch die Jedischule für angehende Jedis darf da natürlich nicht fehlen. Im Amphitheater lernen die kleinen Padawane den richtigen Umgang mit dem Lichtschwert und den ehrbaren Kodex der Jedi. Und für die Großen gibt’s im Inneren der Niebuhrg den “Kittys’ Hells Bells” Endzeit-Tanzclub, bei dem sich junge Tänzerinnen an der Stange räkeln und den Zuschauern so richtig einheizen. Aber Achtung, Eintritt erst ab 16 Jahren, um 21 Uhr sogar erst ab 18! Uiuiui..!

Auch meine kleine Tanzfamilie konnte den Zuschauern ganz schön einheizen, allerdings eher auf die etwas gesittetere Art ;-) Die Kunst des Tribal Style Bellydance verzauberte dabei nicht nur die erwachsenen Zuschauer, sondern besonders die Kleinen, die aus dem Staunen, ob unserer aufwendigen, schmuckverzierten Kostüme, gar nicht mehr herauskamen. Mehrmals am Tag trafen wir uns mit anderen Tänzern und Gruppen im orientalischen Eck und  boten einander unsere Künste zu feinsten, orientalischen Klängen dar. Mein persönliches Highlight folgte dann am Sonntag Nachmittag – Ein Tänzchen mit den Mädels vom Tribe Mayura zu Livemusik von den Spielleuten von Animus Andvarii. Da konnten sich selbst Nazgûl, Aliens und Stormtrooper nicht mehr auf den Stühlen halten und tanzten ungehemmt mit. Ein Freudentanz für die Seele und Unterhaltung pur für alle Beteiligten und Zuschauer!

Mein Fazit:

Das Spaceritter Festival ist eine großartig Veranstaltung und ein großes Miteinander von Fans, die alle dieselbe Leidenschaft teilen und sich diese auch bis ins hohe Alter erhalten – die Fantasie aus Kindertagen! Nächstes Jahr werde ich definitiv wieder mit dabei sein!

 Sari Campari

Foto: Feenstaub Entertainment Eventfotografie©. Alle Rechte vorbehalten.

Dieser Artikel ist auch in der LARPzeit #42 erschienen.